Ohne ausreichendes Bekanntheitspotenzial hat eine Marke
keine Chance, ein nennenswertes Sympathiepotenzial und daraus eine stabile
Verwenderschaft zu entwickeln; der normale Markendreiklang heißt
also: Bekanntheit > Sympathie > Verwendung.
In aller Regel werden dabei nur Marken verwendet, die auch sympathisch
sind, der Anteil der Verwender ohne Markensympathie ist dabei gering.
Dies ist der harmonische Dreiklang.
Je weniger ausgeprägt allerdings das Image einer Marke ist und je
stärker der Markterfolg über eine (Niedrig-)Preisstrategie gesucht
wird, desto stärker nähert sich das Sympathiepotenzial dem Verwenderpotenzial
an, desto höher wird der Anteil der Verwender ohne Sympathie.
Bei Marken, die imageorientierte Markenführung und -kommunikation
vernachlässigen und die auf andere strategische Schwerpunkte im Marketing-Mix
setzen, verwandelt sich der harmonische Dreiklang in eine Dissonanz: Das
Verwenderpotenzial nähert sich dem Sympathiepotenzial an und ist
im Extremfall sogar größer als das Sympathiepotenzial; der
Anteil der Verwender ohne Markensympathie dominiert das Markenbild. Auch
dies ist natürlich ein Markenstatus, mit dem man gute Geschäfte
machen kann, allerdings zeigt die Erfahrung aus den Analysen der KA, dass
die Marktposition solcher Marken deutlich stärkerem Druck unterliegt
als die der Marken mit harmonischem Dreiklang eine Strategie, die
auf die Harmonisierung des Dreiklangs (=Erhöhung des Sympathiepotenzials)
setzt, wäre hier ein richtiger Schritt.
Unabhängig von der Größe des jeweiligen Bekanntheitspotenzials
kann also die Relation des Markendreiklangs einer Marke im Vergleich zu
ihren Wettbewerbern Aufschluss über die Stärke ihrer Marktposition
geben.
